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Die offizn darmstadt gmbh betreibt seit 2009 ein Forschungsprojekt, um das analoge Kunstdruckverfahren, als Kulturerbe zu bewahren und langfristig als Produktionsmittel zu nutzen.

Zur Zeit gibt es weltweit nur noch etwa 30 Menschen, die das Verfahren in aktiven Lichtdruckereien praktizieren. Als Kunstdrucker und Fotograf bringen Wolfgang Blauert und Holger Lübbe den Enthusiasmus und Vorkenntnisse mit und möchten diesen erlesenen Kreis erweitern. Das Ziel ist, das Lichtdruckverfahren für kommende Generationen zu erhalten, zu (er-) forschen und weiter zu entwickeln.

Holger, Wolfgang und die Faber & Schleicher 2160

Seit der Erfindung hat sich an den Arbeitsabläufen, Materialien und Problemen nicht viel geändert. Ein zeitaufwändiges, kompliziertes und teures Verfahren, das sehr von der Erfahrung vieler Einzelner abhängig ist bzw. war, droht aus zu sterben. Wir haben etwas dagegen und stellen die Frage:

Wie würde man heute Lichtdruck machen?

Unser Ansatz ist, mit den Möglichkeiten der heutigen Zeit, das Verfahren zu überarbeiten, Prozessabläufe zu standardisieren, Alternativen zu finden und unsere Ergebnisse zu dokumentieren und öffentlich zu machen.

Am Anfang lag das Hauptaugenmerk auf der Erstellung neuer „Negative“, die mittels Kontaktkopie mit ultraviolettem Licht in die lichtempfindliche Gelatine übertragen werden.

Das analoge Schwarz-Weiß-Halbton-Negativ, das als großformatige Reproduktion auf fotografischen Film erstellt wurde, eine chemische Entwicklung durchläuft und aufwändig händische retuschiert werden musste, sollte durch den Einsatz von digitaler Reprotechnik und elektronischer Bildverarbeitung ersetzt und mittels eines spezielles Tintendruckverfahren ausgegeben werden können.

Das ist gelungen!

Im Bereich der Druckvorstufe haben wir energieeffiziente und ökologische Prozessabläufe erdacht, die mittels Sensoren, Steuer- und Regeltechnik umgesetzt werden sollen (Hausautomation). Hier liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung von reproduzierbaren Abläufen sowie der Dokumentation und Auswertung von Daten für wissenschaftliche Zwecke.

Der Druckvorgang auf einer Lichtdruckschnellpresse aus dem Jahre 1897, die von Auszubildenden bei manroland in Offenbach restauriert und uns als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde, ist dann rein analog und verlangt Respekt, handwerkliches Geschick und Einarbeitungszeit.

Erste Tests der von uns entwickelten „Negative“ bei den Kollegen von LichtDruckKunstLeipzig waren erfolgreich, führten zum „Ritterschlag“ durch erfahrene Lichtdrucker und waren ausschlaggebend für die Gründung der „offizin darmstadt gmbh“ und den Aufbau einer neuen Lichtdruckerei, der uns seit Mai 2015 beschäftigen. 

Mittels einer internationalen Crowdfundig-Aktion auf KICKSTARTER konnten wir den Großteil der nötigen baulichen Maßnahmen und den Transport der fünf Tonnen schweren „Faber & Schleicher 2169“ in die offizin Mitte Mai 2017 realisieren.

Für den Aufbau des Laboratorium, in dem die Druckvorlage erstellt wird, mussten Gerätschaften für die Beschichtung der Trägerplatten, die Trocknung, Belichtung und Wässerung entwickelt und gebaut werden. Die notwendige Klimatechnik im Druckraum, die Materialkosten, Verbrauchsmaterial, Chemikalien, Papier, internationale Kommunikation, Präsentation, Dokumentation und die geplante Publikationen… brauchte und braucht es externe Unterstützung bzw. Starthilfe.

Das langfristige Ziel bzw. Wunsch ist, das erworbene Wissen zu vermehren,  zu teilen und weiter zu geben, um neue Werkstätten aufzubauen, was in einem Zeitraum von 5 bis 10 Jahren möglich sein sollte (und könnten!).